Neuchinger Tennisdamen in der Landesliga
Nach dem sensationellen 5:4 Sieg im hochdramatischen Relegationsspiel am
18.07.2010 gegen die Mannschaft aus Murnau, der Tag der auch als „Das Wun-
der von Murnau“ (vergl.“Neuchinger Spaziergänger“ Ausg.11/12.2010) in die
Annalen der SpVGG Neuching eingehen wird, traten die Neuchinger Tennisda-
men in der Saison 2011 in der Landesliga an.

Obwohl sie dabei alle Begegnungen sieglos beendeten bedeutet der sofortige
Wiederabstieg absolut keinen Beinbruch. Die Spielerinnen und auch die Fans
konnten in der Landesliga nämlich wertvolle positive aber auch negative Er-
fahrungen sammeln.
Der Aufstieg bedeutete nicht nur 7 Spieltage in der Landesliga absolvieren zu
dürfen, zum Aufstieg gehörte auch ein besonderes, -bis dahin noch nie erleb-
tes „Drumherum“.
- Ehrung durch den Landrat des Landkreises Erding
- Ehrung durch die Gemeinde Neuching mit Eintrag ins Goldene Buch.
- 2.Platz bei der Wahl der Mannschaft des Jahres des Erdinger Anzeigers.
Dadurch wurde den Spielerinnen erst richtig bewusst, welche außergewöhnliche
Leistung sie als absolute Freizeitspielerinnen eines so kleinen Vereins voll-
bracht haben:
-Bezirksligameister 2010
-Durch den Sieg in Murnau oberbayerischer Mannschaftsmeister 2010
-Neuching ist die erste Damenmannschaft des Landkreises Erding die jemals in
 der Landesliga spielte.
Die Landesligasaison begann auch nicht erst mit den Spielen 2011, sondern
schon am 18.07.2010.
-Dies war ein unvergesslicher „Tennistag“ für Spielerinnen und Fans, mit einer                Â
 Dramatik wie ich sie beim Tennis noch nie erlebt habe, mit einem mehrmaligen
 Wechselbad der Gefühle.
-Die Ankunft am Neuchinger Tennisheim mit der spontan vorbereiteten Sieges-
 Feier (mit dem Sieg hat ja keiner gerechnet, Neuching war der absolute Außen-
 seiter), die bereits aufgehängten Transparente (wer hat die so schnell geschrie-
 ben?)
-Die Aufstiegsfeier mit Landrat, Bürgermeister, Gemeinderäten. Das dabei u.a.
 kredenzte Spofake war nicht von geringer Größe, es wäre auch getrost als Spo-
 sau durchgegangen, wurde allerdings trotzdem vollständig skelletiert.
-Weitere kleine Feiern und Unternehmungen rundeten den Aufstieg ab.
So ein Landesligaaufstieg kommt in Neuching sehr wahrscheinlich nur einmal
vor und das durfte dann auch gebührend gefeiert werden.
Weitere positive Aspekte des Aufstiegs:
-Spielerinnen und Fans lernten schöne, große in Parks gelegenen Tennisanlagen
 in München kennen. Ungewohnt für die Neuchinger war auch, dass die Ankunft
 der Mannschaft über Lautsprecher mit einem Willkommensgruß gemeldetÂ
 wurde und die Spielerinnen namentlich unter Angabe der Platznummer zum
 Beginn ihres Spiels gebeten wurden. Die jeweiligen Spielergebnisse stellte man
 gleich online und trug sie nicht in den trivialen Spielbogen ein. In München
 geht es einfach feiner zu.   Â
-Bei den Spielen blieben die von den Neuchinger im Vorfeld befürchteten
 Zickenattacken nahezu aus. Auch Schimpfwörter wie z.B. das von einer blöden
 4-beinigen bayrischen Schnitzellieferantin wurden nur abgeschwächt verwendet
Zum ersten Mal trübten sich die Mienen der Neuchinger Tennisdamen ein-, man
könnte auch sagen es machte sich Entsetzen breit-, als die gegnerischen Mann-
schaften, deren Spielerinnen und den entsprechenden Leistungsklassen im BTV-
Portal eingesehen werden konnten.
Da war eigentlich schon klar, dass das Hoffen auf den Klassenerhalt reine Utopie
wäre. Und das bewies sich dann auch. Die Neuchinger kamen sich manchmal vor
als müssten sie mit Schwertern gegen Kanonen kämpfen. Das ist aber nicht
verwunderlich wenn man sieht bzw. hört welchen enormen Aufwand die meisten
Landesligamannnschaften betreiben.
Und damit sind wir bei den negativen Erfahrungen bzw. Seiten der Landesliga:
1.Spiel:Â SpVGG Neuching gegen TC Passau Neustift.Doris gegen Kreindl
(AUT §31.6),Corinna gegen Hinterberger (AUT §31.6). AUT §31.6 steht für
spielstarke österreichische- meist an Position 1 und 2 gesetzten- Söldnerspiele-
rinnen, die extra nach Deutschland anreisen, spielen, kassieren und sofort wieder
in ihre Heimat zurückkehren.
Die eigenen Spielerinnen rücken dann 2 Plätze nach hinten, d.h.die eigentliche
Passauer 1-erin spielt somit an Position 3, die 2-er an Position 4, usw.
Dass es ein Tennisverein in Passau nötig hat auf ausländische bezahlte Spiele-
rinnen zurückgreifen zu müssen ist kaum zu glauben. Eine Stadt wie Passau
müsste bei deren Einwohnerzahl doch eine einheimische Damenmannschaft
stellen können.
2.Spieltag: Doris gegen Summerer (AUT §31.6), Kathrin gegen Stättner (AUT
§31.6). Luitpoldpark hat 16!! Gemeldete Spielerinnen der Leistungsklasse 1.
Warum lässt man dann Summerer am Samstag aus Wien!! anreisen, zahlt für
sie und ihren Trainer die Übernachtung in München, Reisekosten und Prämie?
Für mich einfach unverständlich, um nicht zu sagen idiotisch. Dieses Geld wäre
z.B. für die eigene Jugendförderung bestimmt besser angelegt.
In Burghausen durften sich Corinna und Kathrin auf AUT §31.6 freuen.
Mir ist keine andere Sportart bekannt, in denen Spielerinnen in der gleichen
Saison in 2 verschiedenen Ländern antreten dürfen. Der BTV täte gut daran
diese Auswüchse abzuschaffen.
Gegen Iphitos mal was anderes. Nicht AUT sondern AUS. Die australische
Spielerin weigert sich standhaft irgend ein deutsches Wort auf dem Tennisplatz
von sich zu geben ,obwohl sie Deutsch sprechen kann wie sich später beim
bayerischen Grillabend und beim Sektempfang herausstellt. Sie hat aber nicht
mit den hervorragenden Englischkenntnissen von Corinna gerechnet, die jede
 Bemerkung ihrer Gegnerin verstand und manche Bälle fachmännisch auf
Englisch für „OUT“ befunden hat.
Ähnliches beim TSV Moosach. Deren Nummer 1, Nedelova Hana, nicht AUT oder
AUS sondern CZE. Die tschechische Spielerin ist zum Spiel eigens aus
Prag !! angereist. Sie ist der deutschen Sprache so mächtig wie eine Kuh dem
Tanzen. Sie spricht weder Deutsch noch Englisch. Es muß für die Moosacher
Mannschaft schön sein wenn man sich mit der eigenen Mitspielerin nicht unter-
halten kann. Weit ist es in der bayerischen Landesliga gekommen.
Quintessenz:
1.Mannschaften die sich ausschließlich aus Freizeitspielerinnen zusammenset-
 zen, können in der Landesliga nicht bestehen.
2.die Landesliga ist ein Sammelsurium aus bezahlten-.oft ausländischen Söld-
 nerspielerinnen, Turnierspielerinnen mit eigenem Trainer, Spielerinnen die in
 BTV-Tennisinternaten oder in Sportgymnasien gefördert werden, die mit
 Tennisspielen auch Geld verdienen wollen, die Tennis nicht aus Spaß und
 Freude betreiben, sondern die Sonntagsspiele als Arbeit betrachten.
3.Manche Mannschaften sind bunt zusammeng ewürfelt, teilweise kennen sich
 die Spielerinnen untereinander gar nicht, das sind keine Mannschaften im her-
 kömmlichen Sinne des Wortes, sondern Einzelkämpfer die außerhalb den
 Spieltagen keinerlei Kontakte untereinander pflegen.
 So kam es bei Auswärtsspielen vor, dass nach dem gemeinsamen Essen –die Â
 Niederlage auch schon verdaut- nur noch Neuchinger auf der Tennisanlage        Â
 aufhielten und die Heimmannschaft sich schon in alle Winde zerstreut hatte.
Ausblick auf die Saison 2012:
Die Neuchinger Tennisdamen und die Fans freuen sich schon auf die neue Sai-
son in der Bezirksliga. Dort gibt es keine wirklich übermächtigen Gegner, bei
guter Tagesform kann man allen Mannschaften Paroli bieten.
Ich würde mir wünschen, daß Neuching in die Gruppe mit Neufahrn, Dachau,
Altenerding, Penzing, Taufkirchen und Karlsfeld eingeteilt wird.
In dieser Gruppe herrscht Waffengleichheit. Das sind noch Mannschaften, die
nahezu ausschließlich aus Freizeitspielerinnen bestehen und nicht aus zugekauf-
ten Halbprofis, die Tennis aus Spaß an der Freude spielen, natürlich mit dem
Ehrgeiz die Spiele auch zu gewinnen. Bei diesen Mannschaften gibt es auch
ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Die Einteilung in die andere Bezirksliga wäre m.E.fatal, weil
1.(bitte mitschunkeln) „Schon der Gedanke dass ich Anett und Babette treffen
  könnt, dass mein Blutdruck dann in die Höhe schnellt, es macht mich traurig
  weil ich die zwei nicht ausstehn kann, …………………………“(Insider)
Â
2.es in dieser Gruppe auch öfter heißt: AUT §31.6, die Horrorvision der Neu-
  chinger.
Wir hoffen auf Manfred (Teichmann).
Worte an die Mannschaft:
Also Mädels aufgehts, packt es an, nächste Saison wird hart, die Spiele werden
schwierig sein.(Kinder kriegen verschieben, maximal 1 Spielerin pro Saison,
bitte eventuell absprechen).Die Leidenszeit dieser Saison ist beendet.
Keine von Euch hat trotz der Niederlagen einen seelischen Schaden davonge-
tragen. Und vergesst nie: Ihr seid und bleibt die erste Damenmannschaft des
Landkreises Erding die jemals in der Landesliga spielte.
Zeigt Selbstbewußtsin aber keine Überheblichkeit.
Vergesst nicht, dass die Bezirksliga die höchste oberbayerische Liga ist. In ihr
spielen zwar hauptsächlich Freizeitspielerinnen, aber jeweils die besten in
der Region.
Denkt daran dass die ersten beiden Jahre in der Bezirksliga ein Kampf gegen
den Abstieg waren. Und so ein Selbstläufer wie das Spieljahr 2010,wo uns auch
das entsprechende Quäntchen Glück zur Seite stand, wird die Saison 2012 be-
stimmt nicht. Die gegnerischen Mannschaften sind nahezu gleich stark, es wird
enge Spielergebnisse geben und die Tagesform wird öfter entscheidend sein.
Und vor allem :Bleibt wie ihr seid ,behaltet euren Teamgeist bei, habt weiterhin
Spaß am Tennis ,gemeinsam seid ihr eine starke Mannschaft, eine wirkliche
Mannschaft. Welche andere sogenannte „Mannschaften“ es auch noch gibt habt
ihr ja in der Landesliga gesehen.
Für mich als Zuschauer war die Landesligasaison sehr angenehm. Ich konnte
mir ohne große Aufregung die Spiele- und die in München nie erwarteten schö-
nen Tennisanlagen anschauen.
Ich habe den „Wildwuchs“ in der Landesliga kennengelernt und hätte vorher nie
gedacht, dass sich in dieser Liga schon so viele Halbprofis befinden.
Nächste Saison wird der Adrenalinausstoß, der Blutdruck und die Aufregung der
Neuchinger Fans wieder weit höher sein.
Aber ich freue mich trotzdem auf die neue Saison.
Zuvor aber machen wir noch eine schöne Saisonabschlußfeier und im April
2012 wieder ein schweißtreibendes Trainingslager wie im Jahr 2011.(Siehe
Bild unten).
Ich werde dann eine Runde oder 2 ausgeben.
Rudi Zehetmeier

Nächste Termine
| Sonntag, 08. Juli 2012 - 09:30 Uhr Fußball - Sommerturnier der Fußballjugend |



Kommentare
Du hast die gesamte Saison unglaublich gut auf den Punkt gebracht…ist immer wieder schön zu lesen… auch der Bericht vom letzten Jahr!
Vielen lieben Dank für deine Unterstützung!! !
Liebe Grüße
Resi Zitieren
Für mich mit dem Satz "Oh mein Gott."
und enden wird die Saison für mich mit der Abschlussfeier beim Törggelen mit dem Satz: "I think it`s out."
Bis dann Freunde der Sonne,
Franzi Zitieren
Vielen Dank!
Und auf unsere knallharte Vorbereitung im nächsten Trainingslager! !
Abschlussfeier ist dieses Jahr beim Törggelen!
Liebe Grüße,
Cori Zitieren
Besser hätte man die Saison 2011 nicht beschreiben können.
… auf die Saison 2012!!!
Viele Grüße,
Franzi Zitieren
Herzlichen Dank, Rudi, für die gelassen ausgesprochenen wahren Worte!
Chapeau! … und auf zur Saison 2012
Liebe Grüße
Rosi Zitieren